Dank
Eröffnung Potsdamer Platz am 02.10.98
Ich sage danke, wenn ich mich öffne für
das, was ich empfangen habe. Ich blicke also zurück - nicht nach
vorne. Ich bemesse nicht nur nach zukünftigem Nutzen oder Wert,
sondern auch nach dem, was mir bis jetzt zuteil wurde. Ich danke für
das, was mir zuteil wurde, weil es mich so werden ließ, wie ich jetzt
bin. Ich sage nicht, dass es aber doch hätte mehr und besser sein
können, denn damit akzeptiere ich mich nicht so, wie ich jetzt bin.
Meine Ziele mögen noch nicht verwirklicht sein, meine Träume mögen nur
halb erfüllt, oder unerfüllt geblieben sein - aber das was ich bekam,
war Teil meines suchenden Weges. Meine Träume waren gut, denn sie
haben mich auf den Weg gebracht, mich motiviert und vorangetrieben.
Ist es wichtig , dass sie sich genauso erfüllen, wie ich meine, dass
es richtig sei ?
Nein, denn danken bedeutet mich zu öffnen
für das, was ich empfangen habe, nicht für das, was ich mir noch
erhoffe.
Indem ich mir ein Ziel setze, fokussiere
ich meine Bemühungen auf etwas, das ich noch nicht erreicht habe. Ich
strebe einem Punkte zu. Indem ich danke, halte ich auf meinem
derzeitigen Punkt inne und öffne mich für das was da ist um mich
herum. Durch das Danken nehme ich die Welt als Gottes Garten wahr.
Lasse ich die Welt herein in mein Herz.
Ohne Dank bleibe ich der Welt fern, denn ständig strebe ich einem
Punkt entgegen und nehme die Welt nur verschwommen, wie aus dem
Zugfenster, wahr.
Mich für Dank zu öffnen bedeutet jeden Tag
so zu leben als würde es mein letzter Tag sein.
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