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Am Wegesrand steht eine
alte Eiche.
Die Jahrhunderte stehen ihr "ins Gesicht" geschrieben.
Die Stürme des Lebens haben ihren Stamm sogar gebrochen.
Aber sie lebt und steht: ein ganzer Baum.
Die Wunden sind wieder verheilt. Sie hat wieder ihre Form gefunden,
eine
schöne idealtypische Krone. Wäre es nicht Winter und die Blätter noch
nicht gesprossen, so würden wir gar nicht bemerken, daß sie eine
solche bewegte Vergangenheit hat. Wir würden eine wunderschöne alte
Eiche sehen, die als alleinstehender Baum eine herrliche Krone
ausgebildet hat.
Hat sie nicht vollkommen
unlogisch gehandelt, unsere Eiche?
Hätte sie nicht lernen müssen, daß der starke Sturm ihren Stamm
brechen kann, gerade wo sie so alleine und ungeschützt steht?
Vielleicht handelte sie ja gerade deshalb richtig, weil sie nicht
nach der Maxime verfuhr "besser der Spatz in der Hand, als der Vogel
auf dem Dach", und sich damit begnügte den Rest ihres Daseins als
Krüppeleiche zu verleben, also auf Nummer Sicher zu gehen?
Sie hat sich dem Risiko des Lebens gestellt, d.h. sie hat bei dem
Streben ihre ideale Form zu finden Schlappen einstecken müssen. Es
ging nicht immer geradlinig vorwärts, sie hat sogar ihren halben
Stamm loslassen müssen, weil er nicht mehr zu halten war in den
Stürmen des Lebens.
Aber gerade dadurch hat sie das Leben angenommen.
To laugh is to risk
appearing a fool.
To weep is to risk appearing sentimental.
To reach out for another is to risk involvement.
To expose feelings is to risk rejection.
To place dreams before a crowd is to risk ridicule.
To love is to risk not being loved in return.
To go forward in the face of overwhelming odds is to risk failure.
But risks must be taken because the greatest hazard in life is to risk
nothing. The person who risks nothing has nothing, is nothing. He may
avoid suffering and sorrow, but cannot learn, feel, change, grow or
love.
Owned by his certitudes, he is a slave. He has forfeited his freedom.
Only a person who takes risks is free.
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