
Jeder kennt die Geschichte der Mauern von Jericho, die durch den Klang
der
Posaunen einstürzen.
Diese Geschichte bezieht sich auf das Volk der Juden, das in das
Gelobte
Land einmarschiert und eine erste Prüfung zu bestehen hat. Jeder
Einzelne
Mensch kann diese Geschichte aber auch auf sich selbst, als Gleichnis
beziehen.
Auf unserer inneren Bühne befindet sich eine Wand, die auf Rollen
steht und
verschoben werden kann. Auf der einen Seite der Wand steht eine Kerze,
auf
der anderen Seite der Wand ist Dunkelheit, die durch den Schatten der
Wand
hervorgerufen wird.
Wir selbst als Akteure auf unserer Lebensbühne, halten uns mal auf der
einen, und mal auf der anderen Seite der Wand auf. Je nach dem, auf
welcher
Seite wir uns gerade befinden, haben wir ein völlig unterschiedliches
Bild
der Wand. Stehen wir auf der dunklen Seite, so erscheint die Mauer
unüberwindbar, gewaltig sich vor uns auftürmend; stehen wir auf der
hellen
Seite, so erkennen wir immer mehr, dass die Mauer nur eine Kulisse ist,
die
leicht verschoben werden kann.
Wir stehen auf der dunklen Seite, wenn wir meinen, dass wir so wie wir
sind
nicht gut wären, und uns von Grund auf verändern sollten, also eine
neue
Bühne bauen müssten. Dann kämpfen wir an gegen die feste Mauer der
inneren
Hindernisse, und machen sie dadurch nur noch fester.
Wir stehen auf der hellen Seite, wenn wir erkennen, dass wir so, wie
wir sind
durchaus liebenswert sind und einzig und allein die Wand unserer
negativen
Selbstkonzepte uns daran hindert das Licht überall auf unserer Bühne
erstrahlen zu lassen.
Wir bringen unsere Mauern von Jericho zum Einsturz, wenn wir erkennen,
dass
es sich gar nicht um Mauern handelt, sondern um unseren Glauben an
diese
Mauern.
Wir bringen unsere Mauern von Jericho zum Einsturz, wenn wir erkennen,
dass
Glaubenssätze wie "ich kann nicht" oder "ich bin nicht gut genug"
usw. mit
den äußeren Zusammenhängen nichts zu tun haben, sondern nur in uns
selbst
existieren.
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